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Euer Dorf soll schöner werden (eBook)

Ländlicher Wandel, staatliche Planung und Demokratisierung in der Bundesrepublik Deutschland
eBook Download: PDF
2013 | 1. Auflage
256 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-31711-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Euer Dorf soll schöner werden -  Sebastian Strube
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Zwischen 1961 und 1979 nahmen Dörfer über 40.000 Mal am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« teil. Kein anderes Programm erreichte den ländlichen Raum in dieser Breite und Intensität. Dabei war der Wettbewerb von Anfang an mehr, als ein simpler Blumenschmuckwettbewerb, bei dem es nur darum ging, dass die Dorfbewohner ihre Heimat möglichst schön oder - wie manche Kritiker auch meinten - kitschig ausschmückten. Seit 1961 war der Wettbewerb vor allem ein zentrales Mittel, um die Neuordnung des ländlichen Raumes voranzutreiben und zu gestalten. Dies alles zu einer Zeit, zu der eine Welle der Modernisierung über das Land hinwegging und sich der ländliche Raum in einem Ausmaß veränderte wie seit Jahrhunderten nicht mehr: Der Wettbewerb begleitete und beförderte das Ende einer »bäuerlichen Volkskultur«, die bis in die 60er Jahre hinein das Leben auf dem Lande bestimmt hatte. Gleichzeitig trug er wesentlich zur Etablierung eines modernen, funktional ausdifferenzierten ländlichen Raumes mit bei. Auch abgelegene ländliche Gebiete wurden nun als Wirtschafts-, Wohn- und Erholungsraum in die Bundesrepublik integriert. Um dieses Ziel zu verwirklichen, fanden sich höchst unterschiedliche Experten, Politiker und Funktionäre zusammen. Persönlichkeiten wie Graf Lennart Bernadotte von der Insel Mainau prägten den Wettbewerb ebenso entscheidend wie der NS-Landschaftgestalter Heinrich Wiepking oder der ehemalige Landwirtschaftsminister und Bundespräsident Heinrich Lübke.

Dr. Sebastian Strube ist Historiker und arbeitet als freier Autor und Journalist.

Dr. Sebastian Strube ist Historiker und arbeitet als freier Autor und Journalist.

Cover 
1 
Title Page 4
Copyright 5
Table of Contents 6
Body 10
Einleitung 10
1. Unser Dorf soll schöner werden – Grundlagen und Vorgeschichte 25
1.1 Initiatoren und Institutionen 25
1.1.1 Die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 27
1.1.2 Graf Lennart Bernadotte und die Insel Mainau 29
1.1.3 Das Präsidium der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 33
1.1.4 Netzwerke 36
1.2 Die Grüne Charta von der Mainau 38
1.2.1 Vom Heimatschutz zum Landschaftsschutz 39
1.2.2 Landschaftsgestalter 42
1.2.3 Landschaft und Ökologie 43
1.3 Politische Durchsetzung und Wettbewerbsstruktur 46
1.3.1 Einigung mit Bund und Ländern 47
1.3.2 Teilnahmebedingungen und Teilnehmer 49
1.3.3 Die Bundesbewertungskommission 54
1.4 Dorfwettbewerbe 1936–1938 55
1.4.1 DAF-Wettbewerb 55
1.4.2 Schönheit in Stadt und Land 58
1.4.3 Die Modernisierung der bayerischen Heimatschützer 61
2. Anpassung an neue Verhältnisse. Der Dorfwettbewerb 1961–1963 66
2.1 Vom Volksraum zum bäuerlichen Kulturraum 66
2.1.1 Die Kriterien des Bundeswettbewerbs 1961 67
2.1.2 Die Landschaft bei Heinrich Wiepking 68
2.1.3 Anpassung an die Bundesrepublik 75
2.2 Drei Dörfer räumen auf: Die lokale Umsetzung der Bewertungskriterien 79
2.2.1 Westerheim: Wiederaufbau auf dem Lande 80
2.2.2 Altenburschla: Grenzerfahrungen 85
2.2.3 Niederdreisbach: Stahlhütte im Dorf 90
2.3 Selbstvergewisserung und Anpassung 92
2.3.1 Fazit der Bundesbewertungskommission 1961 92
2.3.2 Ordnung im Dorf 94
2.3.3 Kein Blumenschmuckwettbewerb 98
2.3.4 Überarbeitung des Erfolgsmodells 1962 101
3. Ein Wettbewerb entdeckt seine Gesellschaft: Neuausrichtung des Wettbewerbs 1963–1967 106
3.1 Tradition oder Fortschritt? Uneinigkeit nach dem Dorfwettbewerb 1963 107
3.1.1 Die »Wandlung des Menschen« gelingt 107
3.1.2 Ein Paradies jenseits »monströser Stadtgebilde« 111
3.1.3 »Aus den Sünden der Väter lernen« 115
3.1.4 Absage an die bäuerliche Volkskultur 118
3.2 »Stillstand ist Rückschritt«. Westerheim im zweiten Dorfwettbewerb 122
3.3 Entscheidung für die »neue Ordnung«: Arbeitstagung des AID 1964 125
3.3.1 Das »Dorf der neuen Ordnung« 126
3.3.2 Von der Erziehung der ländlichen Gesellschaft 130
3.3.3 Funktion statt Kultur 133
3.3.4 Planung oder bürgerschaftliches Engagement 135
3.3.5 Forderungen der Landschafts- und Grünplaner 137
3.3.6 Wettbewerb auf allen Ebenen: Erfahrungsberichte 139
3.3.7 Vom Kulturraum zum Funktionsraum 141
3.4 Der dritte Wettbewerb 1965: Implementierung der »Neuen Ordnung« 143
3.4.1 Schwierigkeiten in der Außendarstellung 143
3.4.2 »Naive Freiheit« statt funktionale Zwänge 146
3.4.3 Von der Neugestaltung zur Neuordnung 147
3.4.4 Der Landschaftsplan: Die Landschaft wird zum Ökosystem 150
3.4.5 Datensammlung in den Dörfern 152
3.4.6 Agenten des Wandels: Kommunalpolitiker als Multiplikatoren 156
4. Von der Planung zur Gesellschaftsreform 1967–1979 163
4.1 Erfolgreiche Jahre 163
4.1.1 Vorbildliche und weniger vorbildliche Dörfer 164
4.1.2 Vereinbare Gegensätze 166
4.1.3 Konflikte um ästhetische und kulturelle Normen 169
4.1.4 Ergebnisse des Wettbewerbs 1969 173
4.1.5 Neue Entwicklungsziele und Konflikte mit den Bundesländern 174
4.2 Das Ende der Planungseuphorie 180
4.2.1 Ziel erreicht? 181
4.2.2 1971: Golddörfer als Leuchttürme 184
4.2.3 1973: Kritik und sozialliberale Neuausrichtung 189
4.3 Anpassung in den Dörfern 195
4.3.1 Altenburschla wird eingemeindet 195
4.3.2 Westerheim: Ein Bürgermeister und sein Dorf 199
4.3.3 Beton statt Stahl in Niederdreisbach 202
4.4 Mehr Demokratie und verstärkte Modernisierungskritik 207
4.4.1 Der »verantwortungsbewusste Bürger« 207
4.4.2 Neue, alte Dörfer 211
4.4.3 Denkmalschutz als Heimatschutz 214
Fazit 221
Danksagung 232
Quellen- und Literaturverzeichnis 234
Ungedruckte Quellen 234
Gedruckte Quellen und Literatur 235
Register 249
Back Cover 
258 

Erscheint lt. Verlag 17.7.2013
Reihe/Serie Umwelt und Gesellschaft
Umwelt und Gesellschaft.
Umwelt und Gesellschaft.
Zusatzinfo mit 1 Karte, 1 Abb. und 2 Tab.
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Schlagworte Deutschland/Zeitgeschichte • Dorf • Raumplanung • Umweltgeschichte
ISBN-10 3-647-31711-X / 364731711X
ISBN-13 978-3-647-31711-3 / 9783647317113
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