Limbus – Australisches Jahrbuch für germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft
Band 9 (2016): Besuch / Visitation
Seiten
2016
Rombach Druck- und Verlagshaus
978-3-7930-9855-3 (ISBN)
Rombach Druck- und Verlagshaus
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Deiters, Franz-Josef, Dr. phil. habil., Associate Professor of German an der Monash University in Melbourne (Australien); Mitglied der Australian Academy of the Humanities; Promotion und Habilitation an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen; Forschungsgebiete: Geschichte der deutschen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Literaturtheorie, Mediologie des Theaters, Literatur und Philosophie, Rhetorik des Plakats.
Publikationen (u.a.): Terror und Form/Terror and Form (Mhg. 2011); Groteske Moderne – Moderne Groteske (Mhg. 2011); Nach der Natur/After Nature (Mhg. 2010); Passagen: 50 Jahre Germanistik an der Monash Universität/Passages: 50 Years of German Studies at Monash University (Mhg. 2010); Narrative der Arbeit/Narratives of Work (Mhg. 2009); Erinnerungskrisen/Memory Crises (Mhg. 2008); Auf dem Schauplatz des „Volkes“: Strategien der Selbstzuschreibung intellektueller Identität von Herder bis Büchner und darüber hinaus (2006); Denken/Schreiben (in) der Krise: Existentialismus und Literatur (Mhg. 2004); Die Geschichtlichkeit des Utopischen (Mhg. 2001); Geschichtserfahrung im Spiegel der Literatur (Mhg. 2000); Drama im Augenblick seines Sturzes: Zur Allegorisierung des Dramas in der Moderne: Versuche zu einer Konstitutionstheorie (1999); Das Politische der Philosophie: Über die gesellschaftliche Verantwortung politischen Denkens (Mhg. 1993).
Band 9 (2016) Besuch / Visitation
Vornehmlich die philosophische Tradition hat sich mit dem »Gast« auseinandergesetzt. Die Auseinandersetzung reicht von Platons Symposium und seinen Tischreden über Eros und Liebe bis zu Derridas Wiederaufnahme des Themas und seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Paradox des Gastes als assimiliertem Fremden. Gegenüber dem Anspruch, den Gast als universelle Kategorie einer Ethik zu begreifen, nimmt sich die Praxis des »Besuchs« eher bescheiden aus: Zum Teil abhängig – wenn auch nicht notwendig – von der gesellschaftlichen Regel der Einladung – sei sie privat, gesellschaftlich oder staatlich ausgesprochen – steht der »Besuch« auf unsicherem Grund, kulturell koordiniert durch die modernen Kräfte der Massengesellschaft, des Transportwesens und die unterschiedlichen Strategien des Zeitmanagements. Man besucht so Freunde, Familie, aber auch Orte, Städte, Ruinen oder den Zoo. Und man wird besucht: nicht nur von Menschen, sondern auch von extraterrestrischen Wesen; der Besuch scheint dabei dem Kern nach ein ephemeres, aber auch zeitlich wohlkalkuliertes Phänomen der modernen Massengesellschaft zu sein, selbst dort noch, wo es sich um wiederkehrenden Besuch handelt. Botho Strauß etwa hat dem »Besucher« in den 1980er Jahren eine Komödie gewidmet. Häufig ist der Besuch so schnelllebig wie das Transport- und Verkehrswesen der modernen Gesellschaft selbst, kann aber auch plötzlich umschlagen, so nimmt sich der Besuch Zeit und wird lästig. Dem deutschen Begriff des »Besuchs« kann anders als dem englischen Begriff des »Visit« zudem der Nimbus des Bedrohlichen eignen, so im Kompositum der »Heimsuchung«, das an das Freudʼsche Konzept des Unheimlichen anschließbar ist.
Publikationen (u.a.): Terror und Form/Terror and Form (Mhg. 2011); Groteske Moderne – Moderne Groteske (Mhg. 2011); Nach der Natur/After Nature (Mhg. 2010); Passagen: 50 Jahre Germanistik an der Monash Universität/Passages: 50 Years of German Studies at Monash University (Mhg. 2010); Narrative der Arbeit/Narratives of Work (Mhg. 2009); Erinnerungskrisen/Memory Crises (Mhg. 2008); Auf dem Schauplatz des „Volkes“: Strategien der Selbstzuschreibung intellektueller Identität von Herder bis Büchner und darüber hinaus (2006); Denken/Schreiben (in) der Krise: Existentialismus und Literatur (Mhg. 2004); Die Geschichtlichkeit des Utopischen (Mhg. 2001); Geschichtserfahrung im Spiegel der Literatur (Mhg. 2000); Drama im Augenblick seines Sturzes: Zur Allegorisierung des Dramas in der Moderne: Versuche zu einer Konstitutionstheorie (1999); Das Politische der Philosophie: Über die gesellschaftliche Verantwortung politischen Denkens (Mhg. 1993).
Band 9 (2016) Besuch / Visitation
Vornehmlich die philosophische Tradition hat sich mit dem »Gast« auseinandergesetzt. Die Auseinandersetzung reicht von Platons Symposium und seinen Tischreden über Eros und Liebe bis zu Derridas Wiederaufnahme des Themas und seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Paradox des Gastes als assimiliertem Fremden. Gegenüber dem Anspruch, den Gast als universelle Kategorie einer Ethik zu begreifen, nimmt sich die Praxis des »Besuchs« eher bescheiden aus: Zum Teil abhängig – wenn auch nicht notwendig – von der gesellschaftlichen Regel der Einladung – sei sie privat, gesellschaftlich oder staatlich ausgesprochen – steht der »Besuch« auf unsicherem Grund, kulturell koordiniert durch die modernen Kräfte der Massengesellschaft, des Transportwesens und die unterschiedlichen Strategien des Zeitmanagements. Man besucht so Freunde, Familie, aber auch Orte, Städte, Ruinen oder den Zoo. Und man wird besucht: nicht nur von Menschen, sondern auch von extraterrestrischen Wesen; der Besuch scheint dabei dem Kern nach ein ephemeres, aber auch zeitlich wohlkalkuliertes Phänomen der modernen Massengesellschaft zu sein, selbst dort noch, wo es sich um wiederkehrenden Besuch handelt. Botho Strauß etwa hat dem »Besucher« in den 1980er Jahren eine Komödie gewidmet. Häufig ist der Besuch so schnelllebig wie das Transport- und Verkehrswesen der modernen Gesellschaft selbst, kann aber auch plötzlich umschlagen, so nimmt sich der Besuch Zeit und wird lästig. Dem deutschen Begriff des »Besuchs« kann anders als dem englischen Begriff des »Visit« zudem der Nimbus des Bedrohlichen eignen, so im Kompositum der »Heimsuchung«, das an das Freudʼsche Konzept des Unheimlichen anschließbar ist.
Axel Fliethmann, geboren 1964, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation" in Köln, Dissertation 2001 mit der Arbeit "Stellenlektüre Stifter Foucault". Publikationen zur Literaturtheorie und Medientheorie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissenschaftsgeschichte, Medien- und Literaturtheorie sowie der europäische Roman im 19. Jahrhundert.
Alison Lewis, geb. 1958. Dr. phil. Associate Professor und Reader in German Studies an der School of Languages and Linguistics, University of Melbourne, Australien. Stipendiatin der Humboldt-Stiftung (1998/99), zahlreiche Publikationen u.a. zur Gender- und DDR-Forschung.
| Erscheinungsdatum | 20.10.2016 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Reihe Limbus ; 9 |
| Verlagsort | Freiburg i.Br. |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Sprach- / Literaturwissenschaft ► Literaturwissenschaft |
| Schlagworte | Auslandsgermanistik • Deutsche Literatur • Fremder • Gast • Literaturwissenschaft • Tischreden |
| ISBN-10 | 3-7930-9855-9 / 3793098559 |
| ISBN-13 | 978-3-7930-9855-3 / 9783793098553 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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