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Auschwitz im Widerstreit

Zur Darstellung der Shoah in Film, Philosophie und Literatur
Buch | Softcover
V, 146 Seiten
1999
Deutscher Universitätsverlag
978-3-8244-4366-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Auschwitz im Widerstreit
54,99 inkl. MwSt
Sven Kramer untersucht jene Rhetoriken, die die Rede über Auschwitz hervorgebracht hat. Er fragt, was ein Sprechen, das aus dem Täterkollektiv stammt, von einem aus dem Trauma herrührenden unterscheidet.
Die Ermordung der europäischen Juden, die Shoah, ist in der deutschen Öf fentlichkeit mittlerweile zu einem beachteten Datum geworden. Nie zuvor fand die Einschätzung, diesem Ereignis müsse ein hervorgehobener Platz in der Erinnerung des Kollektivs reserviert werden, hierzulande eine so deutli che Mehrheit. So beschloß der Deutsche Bundestag im Juni 1999, ein zentrales Denkmal für die Opfer der Shoah zu bauen. In früheren Jahrzehnten, etwa im Historikerstreit der achtziger Jahre, mußte noch gegen Bestrebungen argu mentiert werden, die im Gas Gestorbenen gegen die Toten anderer Verbre chen aufzurechnen und sie damit einem nivellierenden Gedenken preiszuge ben, das in der Entlastung der Täter ende. Trotz mancher Versuche in den neunziger Jahren, die mannigfaltigen Verfolgungen unter dem inzwischen zu sammengebrochenen Staatssozialismus an der Ermordung der Juden durch die Nationalsozialisten zu messen und trotz einer Renaissance der Rede vom Totalitarismus, hat sich in der öffentlichen Debatte die Vorstellung von der singulären Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen durchgesetzt. Dabei verursachen die Fragen, die die Shoah bis heute aufwirft, immer wie der besonders emotionsgeladene Diskussionen und Reaktionen. Hier wirkt ei ne Kontinuität, die schon im kollektiven Schweigen der fünfziger und in der Aggressivität der studentischen Proteste während der sechziger Jahre nachge wiesen werden kann.

Dr. Sven Kramer promovierte 1995 an der Universität Hamburg und lehrt seitdem an der Universität Lüneburg Kulturwissenschaften.

Inszenierung und Erinnerung in filmischen Darstellungen der Todeslager.- Authentizität und Authentisierungsstrategien in filmischen Darstellungen der Todeslager.- Trauma, Zeit und Erzählung. Zur filmischen Repräsentation KZ-Überlebender.- »Wahr sind die Sätze als Impuls...«. Begriffsarbeit und sprachliche Darstellung in Adornos Reflexion auf Auschwitz.- Auschwitz im Widerstreit. Über einige Verfahrenskonvergenzen in Adornos und Lyotards Reflexionen auf die Todeslager.- Zusammenstoß in Princeton. Peter Weiss, die Verfolgungserfahrung und die Gruppe 47.- Primo Levi. Aus Anlaß seines zehnten Todestages.- Literatur.- Nachweise.

Erscheint lt. Verlag 30.9.1999
Co-Autor Sven Kramer
Zusatzinfo V, 146 S. 1 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Gewicht 207 g
Themenwelt Wirtschaft Betriebswirtschaft / Management
Schlagworte Auschwitz • Auschwitz/Allgemeines • Auschwitz (Konzentrationslager) • Auschwitz/Literarisches Motiv • Authentizität • Debatte • Denken • Erfahrung • Film • Flexion • Holocaust • Holocaust / Shoah • Literatur • Motiv • Politeia • Rede • Shoah
ISBN-10 3-8244-4366-X / 382444366X
ISBN-13 978-3-8244-4366-6 / 9783824443666
Zustand Neuware
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