Kognitive Verhaltenstherapie bei Persönlichkeitsstörungen und unflexiblen Persönlichkeitsstilen (eBook)
247 Seiten
Pabst Science Publishers (Verlag)
978-3-95853-652-4 (ISBN)
Inhalt 6
Einleitung 12
I Theoretische Grundlagen 14
1 Klassifikation und Diagnostik bei Persönlichkeitsstörungen 14
1.1 Allgemeine diagnostische Kriterien 14
1.2 Spezifische diagnostische Kriterien 15
1.3 Probleme der Diagnostik 16
1.4 Störungsübergreifende Merkmale bei Persönlichkeitsstörungen 16
2 Ausgewählte Forschungsschwerpunkte bei Persönlichkeitsstörungen 16
2.1 Kategoriale versus dimensionale Ansätze in der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen 16
2.2 Entwicklung standardisierter und strukturierter Untersuchungsinstrumente 17
2.3 Epidemiologische Untersuchungen und Komorbiditätsforschung 17
2.4 Persönlichkeitsstörungen und Abhängigkeitserkrankungen 19
2.5 Therapiebezogene Komorbiditätsforschung 20
2.6 Studien zur Wirksamkeit von Verhaltens-therapie bei Persönlichkeitsstörungen 21
3 Verhaltenstherapeutische Erklärungs-und Behandlungsansätze bei Persön-lichkeitsstörungen 21
3.1 Entwicklungsbedingungen ausgewählter Persönlichkeitsstörungen nach Millon 23
3.2 Der kognitive Ansatz von Beck und Mitarbeitern 27
3.3 Der schematheoretische Ansatz von Young 31
3.4 Der dreistufige empirische Ansatz von Turkat 33
3.5 Der Ansatz der dialektischen Verhaltens-therapie bei Borderline- Persönlichkeits-störungen von Linehan 33
3.6 Zusammenfassung 36
4 Psychoedukation und Persönlichkeitsstörungen 36
4.1 Die stigmatisierende Sprache und Defizitorientierung des Persönlichkeits-störungskonzepts 37
4.2 Das dimensionale Modell der Persönlichkeitsstile als Grundlage eines psychoedukativen Behandlungsansatzes 38
4.3 Psychoedukation und Motivierung 39
5 Persönlichkeitsstile und Persönlichkeitsstörungen 43
Wachsamer Persönlichkeitsstil > Paranoide Persönlichkeitsstörung
Ungeselliger Persönlichkeitsstil > Schizoide Persönlichkeitsstörung
Exzentrischer Persönlichkeitsstil > Schizotypische Persönlichkeitsstörung
Abenteuerlicher Persönlichkeitsstil > Antisoziale Persönlichkeitsstörung
Sprunghafter Persönlichkeitsstil > Borderline- Persönlichkeitsstörung
Dramatischer Persönlichkeitsstil > Histrionische Persönlichkeitsstörung
Selbstbewusster Persönlichkeitsstil > Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Sensibler Persönlichkeitsstil > Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
Anhänglicher Persönlichkeitsstil > Dependente Persönlichkeitsstörung
Gewissenhafter Persönlichkeitsstil > Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
6 Das psychoedukativ- und kompetenzorientierte Gruppentherapieprogramm 49
6.1 Institutionelle und organisatorische Rahmenbedingungen 49
6.2 Die psychoedukativen Themen 50
6.3 Die kompetenzorientierten Bausteine 52
6.4 Zielsetzungen und Besonderheiten 53
7 Handhabung und Anwendung des Manuals 54
7.1 Gruppentherapie 55
7.2 Einzeltherapie 56
7.3 Abwandlung des gruppentherapeutischen Programms 56
8 Evaluation des Gruppenprogramms2 57
Erste Ergebnisse aus der bis Ende 2001 laufenden Evaluation 60
II Das Gruppentherapieprogramm „ Persönlichkeits- und Kommunikationsstile“ 66
1 Der gewissenhafte Persönlichkeitsstil - die zwanghafte Persönlichkeitsstörung 66
1.1 Psychoedukativer Teil 66
1.2 Hausaufgaben und vorbereitende Übungen 73
1.3 Kompetenzorientierter Übungsteil 74
2 Der dramatische Persönlichkeitsstil – die histrionische Persönlichkeitsstörung 77
2.1 Psychoedukativer Teil 77
2.2 Hausaufgaben und vorbereitende Übungen 83
2.3 Kompetenzorientierter Übungsteil 83
3 Der anhängliche Persönlichkeitsstil – die dependente Persönlichkeitsstörung 87
3.1 Psychoedukativer Teil 87
3.2 Hausaufgaben und vorbereitende Übungen 92
3.3 Kompetenzorientierter Übungsteil 92
4 Der selbstbewusste Persönlichkeitsstil – die narzisstische Persönlichkeit 96
4.1 Psychoedukativer Teil 96
4.2 Hausaufgaben und vorbereitende Übungen 101
4.3 Kompetenzorientierter Übungsteil 101
5 Der sensible Persönlichkeitsstil – die selbstunsichere Persönlichkeits-störung 105
5.1 Psychoedukativer Teil 105
5.2 Hausaufgaben und vorbereitende Übungen 110
5.3 Kompetenzorientierter Übungsteil 111
6 Der sprunghafte Persönlichkeitsstil – die Borderline- Persönlichkeitsstörung 114
6.1 Psychoedukativer Teil 114
6.2 Hausaufgaben und vorbereitende Übungen 119
6.3 Kompetenzorientierter Übungsteil 119
Anhang A: Psychoedukativer Teil: Informationsmaterial für Patienten 124
Der gewissenhafte Persönlichkeits- und Kommunikationsstil: „Das Richtige tun“ 124
Der dramatische Persönlichkeits- und Kommunikationsstil: „Das Leben ist voller Aufregung“ 132
Der anhängliche Persönlichkeits- und Kommunikationsstil: „Der gute Kumpel“ 140
Der selbstbewusste Persönlichkeits- und Kommunikationsstil: „Der Star“ 148
Der sensible Persönlichkeits- und Kommunikationsstil: „Am liebsten zu Hause“ 156
Der sprunghafte Persönlichkeits- und Kommunikationsstil: „Feuer und Eis“ 164
Anhang B: Kompetenzorientierter Übungsteil: Material für Patienten und Therapeuten 174
Anhang C: Patienteninformation 228
Literaturverzeichnis 236
3 Der anhängliche Persönlichkeitsstil – die dependente Persönlichkeitsstörung (S. 74)
3.1 Psychoedukativer Teil
Der anhängliche Stil wird unter dem Motto „Der gute Kumpel" eingeführt (Oldham & Morris, 1992).
Beschreibung des Persönlichkeitsstils mit seinen Stärken und Risiken/Schwächen
Mittels anschaulicher Beispiele werden gemeinsam mit den Gruppenteilnehmern die Merkmale des anhänglichen Stils erarbeitet. Im Anhang A, S. 129 befindet sich dazu nochmals eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten und prägnantesten Aspekte, die einen anhänglichen Menschen/Stil ausmachen (modifiziert nach Oldham & Morris, 1992). Unter Berücksichtigung verschiedener Lebensbereiche sollen dabei neben den bestehenden Stärken (z.B. Fähigkeit Bindungen einzugehen) auch mögliche Schwächen und Risiken (z.B. Schwierigkeiten selbständig Entscheidungen zu treffen) transparent gemacht.
Beziehungen: Der Schlüsselbereich – Meine Welt bist du. Anhängliche Menschen übernehmen die Bedürfnisse anderer. Ihr Leben wird eindeutig von dem Bereich „Beziehungen" dominiert. Andere Menschen sind der Sinn ihres Daseins. Sprachlich äußert sich dies häufig, indem diese Menschen sagen „Ich bin glücklich, wenn du es bist." Sie können leicht Beziehungen eingehen und machen es sich zur Hauptaufgabe, den wichtigen Bezugspersonen zu gefallen. So sind sie z.B. begabte Gastgeber, indem sie die Bedürfnisse anderer vorwegnehmen zu scheinen. Sie nehmen Unannehmlichkeiten auf sich, damit Nahestehende diese nicht ertagen müssen. Oft leisten sie einen größeren Anteil an Arbeit und Opfer, um Beziehungen aufrechtzuerhalten – ohne Leistungen gegeneinander aufzurechen. Große Entscheidungen überlassen anhängliche Menschen lieber ihrem Partner („Was immer du willst, Liebling"). Im Extremfall unterwerfen sich diese Menschen völlig, geben alle eigenen Interessen auf. Dabei besteht je nach Ausprägung des Stils, die Gefahr, sich mit tyrannischen Partnern zusammen zu tun, sich ausnutzen und misshandeln zu lassen. Ihrem Partner werden sie selten überdrüssig, im Gegenteil, sie idealisieren ihn eher und stellen ihn auf ein Podest. Gerne beziehen sie den Partner in alle Bereiche des Lebens ein („Wie gefällt dir das Kleid?"). Kritik nehmen sie sehr ernst und zeigen sich besserungswillig. Für Missstände und Schwierigkeiten fühlen sie sich schnell persönlich verantwortlich.
Stress erleben anhängliche Menschen, wenn es zu Schwierigkeiten in der Beziehung zu wichtigen Menschen kommt. Häufig zeigt sich der Stil erst bei Beendigung einer Beziehung in seinem wahren Ausmaß.
In der Regel füllen anhängliche Menschen eine entstandene Lücke aber schnell wieder.
Gefühle, Selbstbeherrschung und reale Welt: Ein treuer Mensch.
Anhängliche Menschen sind beständig und offen, wenn sie eine gute und stabile Beziehung haben, werden allerdings ängstlich und besorgt bei einer schwierigen Beziehung. Sie können Liebe äußern und annehmen, haben aber Probleme negative Gefühle zu artikulieren. Sie neigen dann eher dazu zu grübeln, als z.B. Wut direkt zu benennen, v.a. aus Angst, den anderen dadurch zu verlieren. Insgesamt zögern sie eher ihre Meinung zu äußern, neigen dazu eigene Prinzipien über den Haufen zu werfen und sich zu ändern, um zu gefallen. Durch Bindung erleben sie Befriedigung und Zufriedenheit. Je stärker der Stil ausgeprägt ist, umso eher haben sie allerdings auch das Gefühl, den Ansprüchen des idealisierten Partners nicht zu genügen.
Sie sind wenig impulsiv und gut in der Lage, sich selbst zu beherrschen. Allerdings benötigen sie viel emotionale Bestätigung. Oft holen sie sich einen symbolischen Ersatz, z.B. über Nahrung. Andere nehmen für anhängliche Menschen einen großen Raum ein, sie selbst fühlen sich oft wie Kinder: klein und bedürftig.
Arbeit: Im Dienst der anderen. Anhängliche Menschen arbeiten gut und tüchtig, sie tun alles, was von ihnen verlangt wird, um zu gefallen. Sie haben keine Probleme Anweisungen entgegenzunehmen, sind kooperativ und teamfähig. Sie konkurrieren dabei nicht gerne. Meist sind sie nicht erpicht darauf, Entscheidungen zu treffen, sondern führen lieber aus. Probleme können entstehen, wenn ein anhänglicher Mensch aufgrund seiner guten Arbeit befördert wird und plötzlich gezwungen ist große Entscheidungen zu treffen, denen er sich nicht gewachsen fühlt.
Klärung individueller anhänglicher Einstellungen und Verhaltensweisen
Mittels eines Kurzfragebogens (s. Anhang A, S. 130) haben die Gruppenteilnehmer an dieser Stelle die Möglichkeit sich mit eigenen anhänglichen Einstellungs- und Verhaltensweisen auseinanderzusetzen und sich gegenseitig auf Grundlage der Items zu explorieren.
| Erscheint lt. Verlag | 1.2.2002 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften |
| ISBN-10 | 3-95853-652-2 / 3958536522 |
| ISBN-13 | 978-3-95853-652-4 / 9783958536524 |
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