Kanu, Küsse, Kanada: Erster Roman der Mimi-Reihe (eBook)
159 Seiten
jumpbooks (Verlag)
978-3-96053-146-3 (ISBN)
Sissi Flegel, Jahrgang 1944, hat neben ihren Romanen für erwachsene Leser sehr erfolgreich zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, die in 14 Sprachen erschienen sind und mehrfach preisgekrönt wurden. Die Autorin ist verheiratet und lebt in der Nähe von Stuttgart. Die Autorin im Internet: www.sissi-flegel.de Bei dotbooks erschienen Sissi Flegels Jugendbuch-Trilogie 'Internat Sternenfels' mit den Einzelbänden 'Wilde Hummeln', 'Die Superhexen' und 'Die Vollmondparty' sowie folgende Kinderbücher: 'Gruselnacht im Klassenzimmer' 'Bühne frei für Klasse Drei' 'Wir sind die Klasse Vier' 'Klassensprecher der Spitzenklasse' 'Klassensprecher auf heißer Spur' 'Klassensprecher für alle Fälle' 'Wir sind die Klasse Fünf' 'Klasse Fünf und die Liebe' 'Mutprobe im Morgengrauen' 'Zum Geburtstag Gänsehaut' Aus der Reihe der frechen Mädchenbücher sind bei dotbooks bereits folgende Titel erschienen: 'Lieben verboten', 'Kanu, Küsse, Kanada', 'Liebe, Mails & Jadeperlen'; 'Liebe, List & Andenzauber' und 'Liebe, Sand & Seidenschleier'. Weitere Titel sind in Vorbereitung.
Sissi Flegel, Jahrgang 1944, hat neben ihren Romanen für erwachsene Leser sehr erfolgreich zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, die in 14 Sprachen erschienen sind und mehrfach preisgekrönt wurden. Die Autorin ist verheiratet und lebt in der Nähe von Stuttgart. Die Autorin im Internet: www.sissi-flegel.de Bei dotbooks erschienen Sissi Flegels Jugendbuch-Trilogie "Internat Sternenfels" mit den Einzelbänden "Wilde Hummeln", "Die Superhexen" und "Die Vollmondparty" sowie folgende Kinderbücher: "Gruselnacht im Klassenzimmer" "Bühne frei für Klasse Drei" "Wir sind die Klasse Vier" "Klassensprecher der Spitzenklasse" "Klassensprecher auf heißer Spur" "Klassensprecher für alle Fälle" "Wir sind die Klasse Fünf" "Klasse Fünf und die Liebe" "Mutprobe im Morgengrauen" "Zum Geburtstag Gänsehaut" Aus der Reihe der frechen Mädchenbücher sind bei dotbooks bereits folgende Titel erschienen: "Lieben verboten", "Kanu, Küsse, Kanada", "Liebe, Mails & Jadeperlen"; "Liebe, List & Andenzauber" und "Liebe, Sand & Seidenschleier". Weitere Titel sind in Vorbereitung.
Kapitel 1
Kanada? Na klar!
Punkt fünf Uhr in der Früh klingelte der Wecker, um Viertel nach fünf waren meine Schwester Nicki und ich gewaschen und angezogen, um fünf vor halb sechs hatten wir einen Becher Tee geleert und mit Mühe eine Scheibe Brot verdrückt, um halb sechs saßen wir im Auto, um sechs kamen wir am Flughafen an, drei Minuten später küssten uns die Tanten ab und riefen uns die letzten guten Ratschläge nach.
Nicki holte einen Gepäckwagen, wir wuchteten die beiden Seesäcke und die Rucksäcke darauf, schoben ihn aus dem allgemeinen Gewühle und lehnten uns aufatmend an die Wand.
»So«, sagte Nicki mit blitzenden Augen. »Jetzt geht das Abenteuer los.«
Sie löste das Band und schüttelte ihre langen Haare. »Freiheit bis in die Haarspitzen!«
Das ist meine Schwester Nicki. Manchmal ein bisschen überschwänglich, im Allgemeinen aber ziemlich normal.
»So ein Glück, dass wir die Reise geschenkt bekommen haben«, sagte sie und schaute auf die Uhr. »Los, wir müssen zum Treffpunkt. Aber schleich dich unauffällig an, ich möchte die anderen erst mal aus der Ferne anschauen; wer weiß, was das für Typen sind. Vielleicht trifft uns der Schlag und wir müssen uns von dem erst erholen, bevor wir uns zu erkennen geben.«
Damit war ich einverstanden. Ich hatte schon feuchte Hände vor Aufregung. Wenn das nun Leute waren, die ich nicht leiden kann? Mit denen sollte ich drei Wochen verbringen? Nicht in einer Großstadt, bitte sehr, wo man sich aus dem Weg hätte gehen können, nein, in der absoluten, totalen Wildnis, wo man auf die Menschen angewiesen war, mit denen man unterwegs war.
»Ich frag mal den Mann da, ob er kurz auf unser Gepäck aufpasst«, schlug ich vor. Da wäre mir Nicki fast ins Gesicht gesprungen.
»Bist du wahnsinnig? Der packt den Karren und macht die Fliege!«
»Quatsch. Er sieht super gediegen aus«, behauptete ich, schaute aber trotzdem in die Runde. Hätte ja sein können, dass gerade ein Polizist in der Nähe gewesen wäre. Den hätte man um diesen Gefallen bitten können. Oder eine Nonne. Oder einen Pfarrer. Die müssen von Berufs wegen anständig sein und vergreifen sich ganz bestimmt nicht an fremdem Eigentum.
Nix zu machen. Weit und breit keine Nonne, kein Pfarrer, kein Polizist. Nicki und ich schauten uns an.
»Tja«, meinte Nicki. »Gehst du als Kundschafter los oder soll ich mich auf die Socken machen?«
»Zuerst schaust du, dann ich«, sagte ich.
»Gute Idee.« Nicki verschwand in der Menge.
Ich lehnte mich an den Gepäckwagen und las fasziniert die Namen der Städte auf der riesigen Infotafel. Rom, London, Paris, Madrid – das war schon mal nicht schlecht. Aber Karatschi, Bangkok, Kapstadt – das war was ganz anderes. Ferne Orte, die immer noch fremdartig klangen, und als dann Sydney, Tokio und Dakar ranklickerten, fingen meine Wangen an vor Begeisterung zu glühen. Die Städte werde ich alle bereisen, die ganze Welt werde ich bereisen, hatte ich mir geschworen, und nun, am 2. August, stand ich endlich am Beginn meiner Reisekarriere. Wenn das kein Grund zum Feiern war!
Diesen ganz besonderen Tag hatte ich Nicki zu verdanken. Sie hatte das Abitur bestanden und deshalb von unseren beiden Tanten eine Reise nach eigener Wahl geschenkt bekommen.
Ich grinste. Eine andere Belohnung wäre überhaupt nicht infrage gekommen, schließlich liegt das Reisen unserer Familie im Blut und fast alle haben es zu ihrem Beruf gemacht. Aber dass nun ich Nicki begleitete und nicht unsere Tante Anne, lag an einem hartnäckigen Virus, den diese von ihrem letzten Aufenthalt in Afrika mitgebracht hatte.
Zunächst sah es ganz so aus, als würde die Reise einfach verschoben werden, aber dann entdeckte Nicki das »Heft für Globetrotter und solche, die es werden wollen«, das »spezielle Programm für Jugendliche und junge Erwachsene«. Eine Trekkingtour durch den Westen Kanadas hatte es ihr sofort angetan. Diese gliederte sich in drei Teile. Der erste war der leichteste und umfasste das Kennenlernen von Calgary sowie einige mehrstündige Wanderungen. Der zweite Teil sah eine Kanutour durch den Clearwater Lake zum Azure Lake vor, und der dritte, der schwierigste Teil bestand aus einer Woche Trekking von Hütte zu Hütte, durchs Gebirge, mit dem gesamten Gepäck auf dem Rücken.
Weil die Tante durch den Virus noch immer geschwächt war und sie sich mit ihren knapp fünfzig Jahren beim besten Willen nicht ins »Programm für junge Erwachsene« einloggen konnte, war der Fall schnell klar. Ich sollte Nicki begleiten dürfen. Das heißt, wegen meiner miesen Noten kam es kurzzeitig zur kleinen Zitterpartie, aber weil ich dann doch noch gerade so über die Schwelle geschrammt war, stand ich in den Sommerferien da und las so verlockende Namen wie Daressalam und –
»Hey! Wach auf! Ich bin’s, deine Schwester!«
Nicki lachte mich an und reichte mir einen Pappbecher, in dem eine heiße braune Brühe schwappte.
»Kaffee?«, fragte ich hoffnungsvoll.
»Klar. Was sonst? Man muss das Gute genießen, solange man’s hat. Wer weiß, was uns noch blüht.«
Ich pustete. »Und? Was hast du herausgefunden?«
»Zuerst ist mir eine Gruppe von lauter Leuten mit Baseballmützen und Wohnraumhosen aufgefallen. Dann habe ich naturbelassene Frauen in Batikröcken entdeckt, denen aber keine Trekkingtour zugetraut. Und den fröhlichen Männern, die mir dann begegnet sind, konnte man schon von weitem den Stammtisch- und Skatausflug anmerken, ganz abgesehen davon, dass mich ihre Fahne beinahe umgeweht hat.«
»Komm zur Sache!«
»Bin schon dabei: Ich schlängle mich also durch das Gewühl und sehe plötzlich einen Typen, der lässig ein Schild hochhält. Kanada steht drauf und ich weiß sofort: Das sind unsere Leute. Also gehe ich in Deckung –«
»Und?« Mein Gott, wie mich meine Schwester auf die Folter spannte!
»Na ja«, sagte sie zögernd. »Jung sind sie alle. Und aus der Ferne sehen sie aus, als ob sie ’ne Trekkingtour locker wegstecken könnten. Ich glaube, wir haben’s nicht schlecht getroffen.«
»Klingt gut.« Ich wischte meine feuchten Handflächen an den Jeans trocken. Das muss ich mir auch noch abgewöhnen, sagte ich mir im Stillen. Bloß keine Schwitzhände vor lauter Aufregung. Immer cool und locker bleiben!
Nicki schaute auf die Uhr, dann auf die Anzeigetafel und packte den Gepäckwagen. »Siehst du? Hier steht Calgary. In einer halben Stunde heben wir ab. Bist du schon nervös?«
»Na hör mal!« Ich gab mich ganz cool, aber da, wo mein Magen war, flatterte irgendetwas ein bisschen. Das kannte ich; das hatte ich immer, wenn mein Mathelehrer die Testblätter austeilt. Komisch, auf dem Flughafen muss es wohl an der Luft gelegen haben … Unser Gepäckwagen eierte, wir hatten deshalb größte Mühe ihn unfallfrei an den Mitmenschen vorbeizusteuern. Und dann, gerade als ich dachte, wir könnten unauffällig zur Gruppe stoßen, rammten wir eine Frau Typ »An-mich-lasse- ich-nur-Wasser-und-pure-Natur.« Sie machte einen Satz, kreischte, fluchte, jammerte und greinte in einem und alle, wirklich ALLE Leute schauten zu uns herüber. Cool bleiben, Mimi, sagte ich mir, aber das half nichts, ich wurde rot, das spürte ich ganz deutlich, und ich sah, dass alle Kanada-Trekkingtour-Leute grinsten und sich wahrscheinlich dachten: Mein Gott, was sind das für Trampel; die kommen wohl aus der tiefsten Tundra.
So stießen wir zur Gruppe.
»Hey! Ich bin Michi, euer Führer«, sagte einer der jungen Männer. »Ihr seid wohl die beiden Schwestern, Mimi und Nicki?«
Wir nickten.
»Ich bin Bernd Godstetter«, sagte ein anderer, der nicht viel größer war als ich. Er war rundlich, hatte kurze blonde Igelhaare und eine runde Brille. Wie er uns so anlachte, fand ich ihn gleich richtig nett und sympathisch.
Neben ihm stand einer, über einen Kopf größer als er. »Ich bin Keko«, stellte dieser sich vor. »Keko Schlabitz. Bernd und ich sind miteinander befreundet, und Ines hier –«, dabei zeigte er auf das Mädchen neben sich, »das ist unsere gemeinsame Freundin.«
Typ Schleimer, dachte ich, aber verdammt gut sieht er aus.
»Quatsch!«, sagte das Mädchen kurz und bündig. »Wir drei studieren an derselben Uni Sport und Geografie, daher kennen wir uns. Das ist alles.«
Ines gefiel mir auf Anhieb. Sie sah durchtrainiert aus, hatte breite Schultern, lange Beine und sehr kurze Haare. Das Auffälligste an ihr waren aber ihre Augen und ihr Mund. Irgendwie schien sie immer zu lachen, selbst wenn sie so entschieden »Quatsch!« sagte wie bei dieser ersten Begegnung.
»Ich bin Chiara«, sagte das andere Mädchen. Chiara war nicht nur hübsch, sie war eine richtige Schönheit. Perfekte Figur, dichte Haare, ein fein geschnittenes Gesicht, riesige Augen. So müsste man aussehen, dachte ich, aber zum Glück will ich ja eine berühmte Weltreisende werden, dazu muss man nicht unbedingt schön sein.
»Ich bin Anatol. Chiara und ich gehören zusammen. Wir –«, sagte der junge Mann neben ihr.
»Bitte«, unterbrach ihn Michi. »Eure Lebensgeschichten könnt ihr euch später ausführlich erzählen. Jetzt sollten wir uns eigentlich auf den Weg machen. Zu blöd nur, dass uns noch der letzte Mann fehlt.«
Keko, der Längste von uns allen, sagte: »Könnte es vielleicht der da drüben sein? Da drängt sich einer durch die Menge. Sieht ganz so aus, als hätte er’s eilig.«
»Junge, das war knapp!« Tatsächlich gehörte der Schussel zu unserer Gruppe. »Tut mir Leid, dass...
| Erscheint lt. Verlag | 1.6.2016 |
|---|---|
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Jugendbücher ab 12 Jahre |
| Schlagworte | ab 12 Jahren • Abenteuer • eBooks • Ferien • Frech • Freundschaft • fuer Maedchen • Jungs • Kanada • Kuessen • Liebe • Reisen • Urlaub • Verliebt sein |
| ISBN-10 | 3-96053-146-X / 396053146X |
| ISBN-13 | 978-3-96053-146-3 / 9783960531463 |
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