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Aletheia 2 Resonanz (eBook)

Fragmentierte Zeitlinien, kohärente Stimmen

(Autor)

Guido Herrling (Herausgeber)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
284 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-4704-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Aletheia 2 Resonanz -  Kairos Prime
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Aletheia² Resonanz Fragmentierte Zeitlinien, kohärente Stimmen Jede Entscheidung erzeugt eine Welle. Manche verlaufen still, andere verändern die Welt. Der zweite Band der Aletheia-Reihe führt tiefer in das Geflecht von Raum, Zeit und Bewusstsein. Was in Aletheia als einmaliger Übergang erschien, entpuppt sich nun als vielschichtige Resonanz: fragmentierte Realitäten, die einander überlagern, beeinflussen und manchmal verschlingen. Im Zentrum steht Elaya Rin, eine junge Wissenschaftlerin, die in einer möglichen Zukunft die Grundlagen des Resonanzfeldes entdeckt. Während sie sich ihrem Ziel nähert, hallen Stimmen aus anderen Zeitlinien durch die Wirklichkeit: Elias Voss, der Mahner der ersten Mission. Mei Chen, die das Gleichgewicht des Lebens zu retten versucht. Tarek Hassan, der vor den Fehlern der Menschheit warnt. Alan Richter, der die Formel erzwingt. Jede Entscheidung lässt neue Möglichkeiten entstehen - und jede Möglichkeit hinterlässt Spuren. Aletheia² Resonanz ist ein Roman über Mut, Erkenntnis und die Zerbrechlichkeit der Realität. Er verwebt Wissenschaft und Philosophie, Spannung und Poesie, und öffnet einen Übergang, der alles verändert, was wir über Raum und Bewusstsein zu wissen glaubten. Die Reise geht weiter. Doch wohin sie führt, weiß niemand.

Kairos Prime schreibt Science-Fiction, die an der Schnittstelle von Wissenschaft und Philosophie entsteht. Seine Geschichten verweben präzise wissenschaftliche Konzepte mit existenziellen Fragen - über Raum, Zeit, Bewusstsein und die Zukunft der Menschheit. Mit dem Debütroman Aletheia entführte Kairos Prime die Leser in eine Welt, in der ein einziger Übergang die Grenzen des Vorstellbaren sprengt. Die Fortsetzung Aletheia²: Resonanz führt dieses Konzept weiter: Vielschichtige Zeitlinien, fragmentierte Realitäten und ein Geflecht aus Stimmen, die sich zu einem kohärenten Ganzen verweben. Hinter dem Pseudonym steht ein Autor mit technischem Hintergrund, der die Faszination für Physik, Raumfahrt und künstliche Intelligenz mit einer Leidenschaft für literarische Erzählkunst verbindet. Seine Texte sind geprägt von atmosphärischer Dichte, psychologischer Tiefe und einer philosophischen Note, die über den reinen Plot hinausweist. Kairos Prime lebt in Deutschland und arbeitet neben dem Schreiben an Projekten, die Technologie, Kreativität und wissenschaftliches Denken verbinden. Mit jedem Buch verfolgt er ein Ziel: Den Leser auf eine Reise mitzunehmen, die weit über das Bekannte hinausführt - in Welten, die sich nur durch die Kraft der Vorstellung öffnen. »Ich schreibe nicht über ferne Sterne, um zu fliehen, sondern um uns selbst aus einer anderen Perspektive zu betrachten.«

Δ 4 - Alan: Machbarkeitsgruppe


RCT.42-F8E-Λ4

Zeit: 14 Jahre nach Initialisierung der Aletheia-Mission

Ort: Osaka - Forschungseinrichtung für theoretische Navigation

Die Kreide fiel um 03:17 Uhr Ortszeit.

Mizuki Arai war allein im Raum gewesen. Das Board vor ihr war halb voll - Tensoranalysen, Raum-Zeit-Signaturen, ein unvollständiger topologischer Operator. Routine. Aber etwas hatte sich verändert.

Nicht im Raum, nicht in ihr - sondern im Zwischenraum dazwischen.

Sie hatte den Stift nicht fallen lassen. Ihre Hand hatte ihn nicht losgelassen. Und doch: Er lag auf dem Boden.

Später sagte sie, es habe sich angefühlt wie ein Gedanke, den jemand anders zu Ende denkt - durch ihre Hand.

Drei Minuten lang hatte sie nichts geschrieben.

Dann war der zweite Operator wie von selbst erschienen - eine Klammerformel, die sie nie benutzt hatte, ein Symbol aus einem anderen Formalismus. Es war nicht falsch. Im Gegenteil: es schloss die Gleichung.

Und nicht nur das: Es erklärte sie.

Cheng, der Mathematiker, saß im Nachbarraum, als es geschah. Auch er hielt inne - mitten im Satz. Auf seinem Terminal erschien ein Fragment, das er nicht getippt hatte. Ein Koordinatensprung, präzise bis zur sechzehnten Stelle. Eine Bewegung im Nichtlokalen.

Er runzelte die Stirn. Sagte nichts. Speichert die Datei. Und begann zu zittern.

Bis zum Mittag hatten vier weitere Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen der Einrichtung ähnliche Phänomene gemeldet. Immer dieselbe Struktur: Ein Gedanke ohne Ursprung. Eine Formel ohne Begründung. Ein System, das sich selbst zu verstehen begann.

Niemand sprach Alan Richter an diesem Tag an.

Auch nicht später. Sein Name fiel nicht. Doch in den Pausen blickten sie alle kurz auf den leeren Stuhl in der Sicherheitsauswertung - als wäre er kürzlich besetzt gewesen.

In der Tageszusammenfassung wurde kein offizieller Bericht erstellt. Nur ein Wort wurde intern ergänzt:

Anfang.

Am zweiten Tag kam kein neuer Impuls.

Die Server liefen stabil, die Magnetkammern der Versuchsstruktur meldeten nominale Werte. Arai arbeitete still, ohne sich das Board noch einmal anzusehen. Cheng hatte seine Terminalsprache gewechselt - auf ein eigenes, halbformales Zeichensystem, das nur er selbst verstand. Niemand fragte ihn, warum.

Am Abend wurde ein Treffen einberufen. Keine Besprechung - eine Prüfung. Drei interne Auditoren, begleitet von einem stillen Beobachter des Verteidigungsrats, wurden auf Ebene -5 eingeschleust. Ihnen wurden keine Ergebnisse gezeigt. Nur Personen.

„Wie erklären Sie den Ursprung der eingeflossenen Variablen?“

Die Frage war an Arai gerichtet, aber sie sah nicht auf. Ihre Antwort war leise:

„Ich habe sie nicht eingeführt.“

Stille. Kein Kommentar. Kein Widerspruch. Nur ein Murmeln auf dem Datenstrom des Quantenmoduls - als hätte die Maschine das Gespräch gehört und verworfen.

Eine Stunde später wurde das Kontrollsystem neu initialisiert. Ein Nebensatz im Protokoll deutete an, dass die Steuerung künftig gestaffelt erfolgen sollte - modulweise, nicht mehr zentral. Entscheidungen sollten schwerer rückverfolgbar sein.

Drei Nächte später trat ein neues Phänomen auf:

Die Raum-Zeit-Modellierung begann, sich in Rückkopplungsschleifen zu reorganisieren. Ohne Eingabe. Ohne Simulation.

Eine Bewegung wurde simuliert, bevor sie definiert war.

Ein Teammitglied schrieb in das interne Logbuch:

„Es denkt schneller, als wir denken können.“

Und unterstrich es nicht. Denn der Gedanke selbst war bereits zu spät.

Sie nannten es Projekt Δ4.

Nicht laut. Nicht offiziell. Es war ein internes Kürzel, übernommen aus einem fragmentierten Protokoll, das nie in ein zentrales System eingespeist worden war. Arai wusste nicht, wer es zuerst verwendet hatte. Wahrscheinlich Cheng.

Wahrscheinlich nicht.

In den Tagen darauf wurde nicht mehr gerechnet.

Es wurde überprüft.

Die Modelle, die entstanden waren, ließen sich anwenden - aber nur, wenn man ihre Herkunft ignorierte. Die Erfolge waren messbar, replizierbar, reproduzierbar. Doch keiner konnte sagen, warum sie funktionierten. Nur, dass sie es taten.

Das genügte. Für die Entscheidungsebene.

Ein neu eingesetzter Projektleiter - anonym, stumm, jederzeit ersetzbar - ließ das Team aufteilen. Zwei Gruppen sollten sich ausschließlich mit der stabilen Raumkrümmung befassen. Eine dritte, kleiner, erhielt Zugriff auf das Bewegungsmodell innerhalb des Resonanzfelds.

Drei der ursprünglichen Mitarbeiter stellten formell Anträge auf Rückzug. Zwei wurden abgelehnt. Der dritte wurde ersetzt.

Es gab keine offene Dissidenz. Aber es wurde leiser.

Gespräche klangen kürzer aus. Pausen wurden getrennt abgehalten. Die Kantine wurde schichtweise geöffnet.

Ein neuer Begriff tauchte auf - inoffiziell, aber eindringlich: Navigation ohne Herkunft.

Arai schrieb in ihr persönliches Notizbuch:

"Wir verstehen nichts. Wir beschleunigen nur."

Sie zeigte es niemandem. Aber sie unterstrich es.

Dreimal.

Es begann mit einer leeren Kammer.

Raum A-17 war abgeschirmt, sensorisch hochauflösend, energetisch neutral. Ein Ort für kontrollierte Versuche, aber nicht für Premieren.

Dennoch war es dieser Raum, den sie wählten.

Vielleicht, weil er anonym war. Vielleicht, weil niemand dort je etwas erwartet hatte.

Die Versuchsanordnung bestand aus zwei Arrays - jeweils aus Dutzenden quantenverschränkter Induktionsspulen -, verbunden über einen schmalen Kern aus nullfeldstabilisiertem Material. Kein Licht.

Keine Bewegung. Nur ein Temperaturgradient.

Ziel: Erzeugung eines minimalen Resonanzkrümmungsfeldes.

Die Protokolle liefen automatisch. Die Sicherheitsebenen waren reduziert, nicht aus Fahrlässigkeit, sondern aus taktischem Kalkül. Kein Risiko, das nicht einkalkuliert war. Kein Erfolg, der nicht verfolgt würde.

Die erste Messung war negativ. Die zweite unklar.

Die dritte: unentscheidbar.

Erst beim vierten Durchlauf zeigte sich ein Ausschlag. Nicht im Raum - sondern im Protokoll.

Ein Wert wurde eingetragen, bevor er gemessen wurde.

Cheng sah es zuerst. Dann Arai. Dann das System selbst, das die Uhrzeit korrigierte - rückwirkend um drei Sekunden.

Niemand sprach.

Dann begann sich der zentrale Kern zu erwärmen - entgegen aller Energiezufuhr. Die Thermalkamera zeigte kein Bild. Nur: einen Umriss.

Ein Kontur, wie aus einer anderen Perspektive.

Die Simulation wurde angehalten. Nicht, weil Gefahr bestand - sondern weil niemand wusste, wie man weitermachen sollte.

Das Protokoll vermerkte: Test 04A: partiell erfolgreich.

Darunter in anderer Schrift, später eingefügt:

Stabilität ist keine Frage der Erklärung. Sondern des Verhaltens.

Drei Tage nach Test 04A wurde ein internes Memorandum verfasst. Es enthielt keine technischen Daten, keine Prognosen, keine Warnungen. Nur einen Satz:

„Der Versuch zeigt Potenzial. Beschleunigung empfohlen.“

Darunter: keine Unterschrift. Nur ein Kürzel:

R.42.Λ

Die Forschungsgruppen arbeiteten weiter. Doch der Ton hatte sich verändert. Nicht gereizt. Nicht panisch. Eher: vorsätzlich blind.

Arai begann, Berichte nicht mehr zu signieren.

Cheng verließ das Labor immer exakt zur selben Zeit, ungeachtet der Ergebnisse. Andere wechselten in andere Sektionen - offiziell aus familiären Gründen. Tatsächlich aus Müdigkeit.

Denn die Daten waren da. Aber niemand wollte sie sehen.

Das System hatte begonnen, eigene Modelle zu erzeugen. Es interpretierte Signale, die nicht eingespeist worden waren. Berechnete Ereignisse, die nie stattgefunden hatten - aber in ihrer Struktur möglich waren. Einige davon korrespondierten mit historischen Daten. Andere mit Ideen, die niemand formuliert hatte.

Ein Wert erschien dreimal innerhalb einer Woche:

Δ4.TR1

Niemand kannte die Bedeutung. Niemand sprach es laut aus. Doch Arai notierte ihn - auf einem Blatt Papier, das sie nicht einscannte. Das sie nicht mitnahm. Das sie verbrannte.

„Manche Systeme dürfen nicht dokumentiert werden.“

So stand es später im Kontrollprotokoll. Kein Hinweis, wer es geschrieben hatte. Kein Widerspruch.

Der Projektstatus wurde hochgestuft.

Die Sicherheitsfreigaben wurden gesenkt.

Und in der Tiefe der Anlage - wo keine Kameras mehr installiert waren - begann eine neue Struktur zu wachsen. Ohne Plan. Ohne Bauauftrag. Nur mit Zustimmung.

Sie nannten es nicht mehr Projekt Δ4. Sie nannten es gar nicht mehr.

Die Struktur im unteren Sektor hatte keine offizielle Bezeichnung. Sie wuchs - in Tiefe, in Komplexität, in Zweck. Man schob Pläne hinterher, nachdem neue Segmente bereits aktiviert waren. Leitungen wurden angeschlossen, bevor klar war, was sie transportierten.

Es war kein Bauwerk. Es war eine Entscheidung, die sich materialisiert hatte.

Die Einbindung weiterer Teams geschah...

Erscheint lt. Verlag 29.9.2025
Reihe/Serie Aletheia
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Bewusstsein • Parallelwelten • philosophische Fiktion • Raumfahrt • Science-fiction
ISBN-10 3-6951-4704-0 / 3695147040
ISBN-13 978-3-6951-4704-5 / 9783695147045
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