Der unternommene Mensch

Eindimensionalitätsprozesse in der gegenwärtigen Gesellschaft

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(Autor)

Buch

220 Seiten

2008 | 1., Aufl.

Velbrück (Verlag)

978-3-938808-44-3 (ISBN)

Infos

Einleitung: Eindimensionalitätsprozesse in Zeiten des globalen Kapitalismus
I Die Bedeutung des Dimensionsbegriffs in der Wissenschaftsgeschichte
II Zum Begriff der Eindimensionalität bei Herbert Marcuse. Verlust der Dimension des Negativen
III Woran gilt es festzuhalten? Zur Rehabilitierung des Begriffs der Eindimensionalität

ZUR PHYSIOGNOMIE VON EINDIMENSIONALITÄT HEUTE
IV Die Ebene des Sozialen
1. Zum Begriff des Sozialen
2. Widersprüche des Sozialen
3. Sozialstaat und fortschreitende Vergesellschaftung
4. Die Rahmenkonzeption der »Zukunftskommission«
5. Transmissionsagenturen für den sozialpolitischen Umbau
6. Die Einschnürung des Sozialen
V Die Ebene des Politischen. Eindimensionalisierung des Politischen
1. Individualisierung
2. Identitätspolitik
3. Kulturalisierung des Politischen
4. Zur subjektiven Funktionalität von Identitätsvorstellungen
VI Die Ebene der Bildung
1. Zum Begriff der Bildung
2. Von der Bildungsdebatte zum Standortfaktor
3. Die Einrichtung einer »enterprise culture« in Schule
4. Die Bildungsoffensive der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände
5. Perspektiven auf Kenntlichkeit und Unkenntlichkeit von Schule
6. Zur Standardisierung der Schulen: Die Bildungsstandards
7. Zur Standardisierung der Hochschulen: Der Bologna-Prozess
Zum Schluss: Vielfalt auf einer Dimension

In der vorliegenden Arbeit geht es darum, anhand eines zentralen Kritikbegriffes der Kritischen Theorie, nämlich dem der Eindimensionalität, exemplarisch aufzuzeigen, wie aktuell und prägnant sie in ihren Analysen und Begriffen ist. Eindimensionalität heute kommt zwar nicht mehr so zustande, wie es Herbert Marcuse seinerzeit in Der eindimensionale Mensch erklärt hatte. Ihre Physiognomik hat sich verändert, aber bestimmte Merkmale, die Marcuse analysierte, haben sich im Zuge des global gewordenen Kapitalismus’ wirkmächtiger denn je manifestiert. Diese Virulenz herauszuarbeiten und den Begriff der Eindimensionalität, in seiner veränderten Gestalt, für die gegenwärtige kritische Gesellschaftsanalyse zu rehabilitieren, ist Ziel dieser Arbeit.
Zunächst wird der Begriff der Eindimensionalität – insbesondere philosophiegeschichtlich – mit dem Ziel entfaltet, die gegenwärtigen Formen der Reproduktion und Stabilisierung der kapitalistischen (Welt-)Gesellschaft fundiert problematisieren zu können. Die besondere Forschungsleistung der Studie besteht dann in der textgenauen Analyse jener gedanklich-realen Strategien, die vor allem in der Bundesrepublik Deutschland für die Gestaltung des sozialen, des politischen und des Bildungssystems entwickelt worden sind und vielfach bereits praktiziert werden. Sie zeigt, wie sich ein umfassendes Programm einer grundlegenden Anpassung zumal der abhängig Beschäftigten an die neuen Reproduktionsinteressen der privatwirtschaftlichen Ordnung ausgebildet hat. Dieser Prozess der marktradikalen Umgestaltung der sozialen Ordnung wird in differenzierten Einzelanalysen – von der Konzeption der von der bayrischen und sächsischen Staatsregierung einberufenen »Zukunftskommission«, über die Entdifferenzierung des Begriffs des Politischen bis zur Standardisierung des Wissenschaftsbegriffs an Hochschulen – minuziös verfolgt. In der »unternehmerischen Wissensgesellschaft«, so die Vision der Zukunftskommission, wird der abhängig Beschäftigte zum individualistischen Unternehmer seiner selbst – in Wahrheit aber: zum unternommenen Menschen.

Autor

Tatjana Freytag, geb. 1972, studierte Soziologie, Philosophie und Pädagogik an der Leibniz Universität Hannover, promovierte mit der vorliegenden Arbeit an der dortigen Philosophischen Fakultät und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim.

Inhalt

Einleitung: Eindimensionalitätsprozesse in Zeiten des globalen Kapitalismus
I Die Bedeutung des Dimensionsbegriffs in der Wissenschaftsgeschichte
II Zum Begriff der Eindimensionalität bei Herbert Marcuse. Verlust der Dimension des Negativen
III Woran gilt es festzuhalten? Zur Rehabilitierung des Begriffs der EindimensionalitätZur Physiognomie von Eindimensionalität heute
IV Die Ebene des Sozialen
1. Zum Begriff des Sozialen
2. Widersprüche des Sozialen
3. Sozialstaat und fortschreitende Vergesellschaftung
4. Die Rahmenkonzeption der »Zukunftskommission«
5. Transmissionsagenturen für den sozialpolitischen Umbau
6. Die Einschnürung des Sozialen
V Die Ebene des Politischen. Eindimensionalisierung des Politischen
1. Individualisierung
2. Identitätspolitik
3. Kulturalisierung des Politischen
4. Zur subjektiven Funktionalität von Identitätsvorstellungen
VI Die Ebene der Bildung
1. Zum Begriff der Bildung
2. Von der Bildungsdebatte zum Standortfaktor
3. Die Einrichtung einer »enterprise culture« in der Schule
4. Die Bildungsoffensive der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände
5. Perspektiven auf Kenntlichkeit und Unkenntlichkeit von Schule
6. Zur Standardisierung der Schulen:
Die Bildungsstandards
7. Zur Standardisierung der Hochschulen:
Der Bologna-Prozess
Zum Schluss: Vielfalt auf einer Dimension

Produkt-Details

Reihe/Serie Velbrück Wissenschaft;
Sprache deutsch
Maße 140 x 222 mm
Gewicht 308 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Geisteswissenschaften Philosophie
Schlagworte Dimension • Eindimensionalität • HC/Philosophie • Industriegesellschaft • Kritische Theorie • marktradikale Umgestaltung des Bildungssystems • Soziales und politisches Bildungssystem • Sozialphilosophie • Sozialpsychologie • Weltgesellschaft
ISBN-10 3-938808-44-6 / 3938808446
ISBN-13 978-3-938808-44-3 / 9783938808443
Zustand Neuware
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5 Schon im Titel steckt der überschreitende Gedanke

von (21337 Lüneburg), am

Denkanregungen und Wirklichkeitsanalysen von feinster Struktur und grundsätzlicher Bedeutung. Die absolute Ausnahme in gegenwärtigen Zeiten, zum Nachdenken(!) anregend ein vergnüglicher Erkenntnisgewinn mit letztendlicher Hoffnung ausgestattet. Ein Buch - notwendig für jeden denkenden Menschen. Im guten Sinne des Begriffs: Wesentlich!
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